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Selma berichtete mir weiter davon, dass Stiller sie immer wieder auf die ungewöhnlichsten Zusammenhänge ansprach:
Eigentlich war es kein Ansprechen. Manchmal sagte er scheinbar unvermit-telt einen Satz. Ich wußte dann gar nicht so genau, worauf dieser sich in unserem vorherigen Gespräch bezog. Er fragte zum Beispiel: "Warum werden Kinder eigentlich oft dazu aufgefordert, sich etwas hinter die Ohren zu schreiben?" Manchmal antwortete ich auf solche Fragen mit einer Gegen-frage: "Warum eigentlich nicht vor die Ohren?" Oder Stiller sagte: "Ist Gehör wirklich etwas, mas man verschenken sollte?" Und mir viel dazu ein: "Was bedeutet es, zu jemandem zu gehören?" Derartiges gefiel Stiller.















Selma brachte mich mit ihren Berichten auf eine Spur. Ich recherchierte in Stillers Texten und Aufzeichnungen. Plötzlich wurde auch meine Aufmerk-samkeit auf Zusammenhänge zwischen Ohr und Gehör gelenkt: auf Sprach-bilder und Vergleiche, auf Bezeichnungen, in denen eine Vermischung der Sinne das Verstehen stolpern lies, auf buchstäbliche Sinnlichkeiten.