| schrift
der engel |
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Die Finger der linken Hand sollten
sich auf ihren Daumen stützen können. Marisa ließ
ihre Finger über die Saiten huschen, hielt vor einem Bundstäb-chen
mit dem Ringfinger inne und ließ die Kuppe leicht hin- und herrollen,
dann immer schneller. Das Vibrieren des Tones verklang.
Wenn Stiller mit uns zusammen spielte, dann legte er viel Wert
auf die Modulation einzelner Töne. Immer wieder zeigte er Stine
und mir, wie der lebendige Ton oder Klang aus lockerem Handgelenk
und durch das kurze Vibrieren eines Fingers entstand.
Marisa spielte einen Lauf ohne Legato und ließ ihn ins Leere
laufen, indem sie am Ende der Tonfolge kurz die Spannung aus dem Zeigefinger
nahm. |
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| Dann wiederholte sie die Sequenz,
ließ ihre Finger mit tänzerischer Leich-tigkeit gleiten,
und ließ sich den letzten Ton leise entfalten und dann ver-klingen:
Nein, eine Gitarre muß nicht hölzern oder triefend klingen.
Ich fragte Marisa, ob Etuden wirklich notwendig seien. Sie sagte:
Ohne Etuden laufen die Finger eben auch sonst oft ins Leere. |
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